K L E I N T I E R K L I N I K   R I E D

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  Dr. med. vet.  M i c h a e l   E n z f e l d e r  &  T e a m

 BABESIOSE - PIROPLASMOSE: Eine Reisekrankheit des Hundes


In unserer Klinik werden wir, bedingt durch erleichterte Reisebedingungen, immer öfter mit aus Mittelmeerländern oder den Tropen eingeschleppten Infektionskrankheiten konfrontiert. Zu diesen Erkrankungen gehört die Babesiose oder Piroplasmose. Babesiosen kommen weltweit vor, besonders aber in den Tropen und im Mittelmeerraum. Es gibt kleine begrenzte Herde in Norditalien, Ungarn, der West- und Südschweiz, in der Region um Basel und in Frankreich. Die Babesiose des Hundes wird durch Babesia canis (Protozoen) verursacht.
•  ENTWICKLUNG UND ARTENMERKMALE
Babesia canis wird durch Zecken während des Saugaktes übertragen. Der Erreger vermehrt sich beim Hund durch Zweiteilung ausschließlich in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Innerhalb von zwei Wochen entstehen die für die Parasitengruppe namensgebenden birnenförmigen Stadien (Piroplasmen). Diese Stadien bleiben auch nach überstandener Krankheit lange im Blut nachweisbar. Babesia-Arten gehen in der weiblichen Zecke auch auf die Eier über, sodass bereits die Zeckenlarven die Infektion weiter verbreiten können.
•  VERBREITUNG
Die Zecken übertragen beim Stich und während des Saugaktes mit dem Speichel zahlreiche Sporozoiten (Entwicklüngsstadien), die direkt in die roten Blütkörperchen eindringen und sich dort rasant vermehren. Eine direkte Infektion von Hund zu Hund oder vom Hund zum Menschen ist nicht möglich. Die Zecke bleibt der übertragungsvektor.
•  SYMPTOME DER BABESIOSE
Das Erkrankungsbild richtet sich nach dem Schweregrad des Verlaufes.
Der akut erkrankte Hund ist in seinem Allgemeinbefinden stark beeinträchtig. Er zeigt Apathie, Fieber bis 42 ° C, blasse bis gelbliche Schleimhäute, rot bis grünbrauner Urin, Leber- und Milzvergrößerung, sowie Anämie. Der chronische Verlauf ist gekennzeichnet durch unauffällige Symptomatik. Die Blutarmut bleibt erhalten. Es werden Hirnschädigungen beschrieben, die sich in Lähmungen, Bewegungsstörungen und auch in epileptischen Anfällen äußern.
•  DIAGNOSE
grundlichste Anamnese, Grosses Blutbild, mikroskopischer Nachweis des Erregers im Blutausstrich (Kapillarblut von der Ohrunterseite oder aus dem Nagelbett). Ein negativer Befund schließt eine Babesieninfektion nicht aus (chronischer Fall, symptomloser Träger). Für solche Fälle empfiehlt sich eine serologische Untersuchung in einem Speziallabor.
•  INKUBATIONSZEIT
Zwischen 9 Tagen und 3 Wochen.
•  PROPHYLAXE
Meiden von Endemiegebieten (Risikogegenden siehe oben) Tragen von Ungezieferhalsbändern oder Verwenden von Zecken - schädigenden Ektoparasitenmitteln wie z.B. Expot ® usw. mit Wirkstoffen wie Fipronil oder Carbanil. Mit Pirodog ® steht ein Impfstoff zur vorbeugenden Impfung gegen Piroplasmose zur Verfügung, der aber in Deutschland und Österreich nicht registriert ist. In der Kleintierklinik Ried haben wir eine begrenzte Anzahl von Pirodog ® Impfstoffdosen durch einen Sonderimport auf Lager. Melden Sie bitte zeitgerecht Ihr Interesse an.
•  THERAPIE
Alle bekannten Therapeutik zeigen teilweise Nebenwirkungen, z.B. starken Blutdruckabfall, Schädigung von Leber und Niere, Neurotoxität, sowie nicht kalkulierbare Mortalität. Im Falle eines akuten und lebensbedrohlichen Infektionsverlaufes sind der Nutzen und das Risiko einer Behandlung abzuwägen. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass der Besitzer eine solche Behandlung auf eigene Gefahr gestattet. Für eine wirksame Therapie hat die Kleintierklinik Ried spezielle Präparate.
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